Dienstag, 15. April 2008
Aus....Aus.....Auswärts.......


...niederlage! Aber eins nach dem anderen.
Vergangenen Sonntag war es mal wieder so weit: Der kriselnde TSV durfte auswärts antreten. Diesmal bei den Offenbacher Kickers. Dank einer schwachen Rückrunde befanden sich die Sechzger auf Rückrundentabellenplatz 18, und segeln schön langsam auch in der Gesamttabelle diesen Regionen entgegen. Wenigstens sind die Aufstiegsträumer mittlerweile endgültig ruhiggestellt. Die Kickers dagegen befanden sich in akuter Abstiegsgefahr. so war die Partie nicht ganz so bedeutungslos, wie manch Fan meinte.

Los ging es gegen 07.00 Uhr in München. Die Bistroloewen, ein Fanclub, hatte einen Bus organisiert. Der befürchtete Schlagerterror auf der Fahrt blieb aus, stattdessen dröhnte eine bunte Mischung aus den Buslautsprechern. Über erstaunlich freie Autobahnen ging es also gen Offenbach. Der Polizei gefiel es mal wieder das Spiel als Hochrisikospiel einzustufen, und folgerichtig gab es ab der Autobahnabfahrt eine nette Begleitung aufdringlicher Art. Wie man es von Taxifahrern gewohnt ist welche ortsunkundige Touristen chauffieren, gab es also eine Rundfahrt durch den Großraum. Auch nett, aber eine Sightseeingtour ohne rechtes Highlight.

Am Busparkplatz dann eine versammelte Polizeimeute in grün bzw. schickem Schwarzblau, formiert zu einem formvollendeten Polizeikessel. Also wurds leider nix mit Einkehr in einer Wirtschaft noch vor dem Spiel :( Einer der Mitgereisten begrüßte erstmal auf Papstart den hessischen Boden, und küsste ihn recht unfreiwillig. Als er dann auch noch einen Baum herzte, wurds der Polizei zu viel und schon gabs die erste Festnahme. Als ob man noch nie einen Betrunkenen gesehen hätte. Der Weg vom Parkplatz zum Stadion selbst führte durch einen Wald, immer in Sichtweite mindestens zwei Polizeifahrzeuge. Die Kontrollen am Stadioneingang waren dann ungewohnt gründlich. Da können scheints sogar die bayerischen Polizisten noch etwas von den Fußtruppen des Brutalstmöglichen lernen.

Der Bieberer Berg selbst ist noch eines dieser wunderschönen urigen Fußballstadien abseits der modernen Arenen. Ein Stadion in dem man den Fußballerschweiß fast schon riechen kann und das eben nicht den Eindruck von steriler Plastik vermittelt. Sehr schön. Scheints liegt das Stadion in der Ausflugschneise des FFM-Flughafens, Flugzeuge donnern da im Minutentakt drüber. Hat auch was. Die Stadionwurst wurde getestet und für gut befunden, nur gibt Senf leider unschöne Flecken auf einem Fanschal. Einziger Kritikpunkt: Der vielgepriesene Äppler war leider schon vor dem Spiel aus, und Nachschub wurde erst in der Halbzeitpause herangeschafft.

Alles in allem hätte dies also eine nahezu perfekte Fahrt werden können wenn...ja wenn nicht auch noch Fußball gespielt worden wäre. Von der ersten Minute an zeigten die Münchner Löwen ein indiskutables Abwerhverhalten. Da wurden die Gegenspieler weder am Laufen noch am Flanken gehindert. Das Bild vom heißen Messer das durch die Butter flutscht war bei den Offenbacher Angriffen durchaus angebracht. Die Löwen wirkten hilflos, kamen aber trotzdem zum Torerfolg.....ins eigene Tor. Zur zweiten Halbzeit schienen sie etwas aus ihrer Lethargie aufzuwachen, waren aber immer noch sehr anfällig gegen Konter. So fiel dann folgerichtig auch noch das zweite Tor für die Offenbacher, bejubelt vom extrem lautstarken Publikum. Respekt für dieses Gebrüll. Während wir Löwenfans über vereinzelte "Wir ham die Schnauze voll"-Rufe nicht hinauskamen, erinnerten die Offenbacher Fans eher an englische Schlachtenbummler.

Sogar Petrus mischte an diesem Nachmittag noch mit. Mit einem netten Wolkenbruch kurz vor Spielende trieb er einen Großteil der Löwenfans in größter Eile aus dem Stadion. Wäre ja gar nicht nötig gewesen vom alten Wettermacher denn schließlich hätte die Leistung der Löwenspieler allein den selben Effekt gehabt. Am Bus angekommen hieß es erstmal warten auf den Festgenommenen, um dann in der üblichen aufdringlichen Begleitung die Rückfahrt anzutreten. Trotz der Niederlage herrschte auf der Rückfahrt eine sehr gute Stimmung, und die Zeit verging wie im Flug. Und trotz des Ergebnisses ist dies ein Erlebnis welches nach Fortsetzung geradezu schreit. Vielleicht auch ma in Zivil, ohne Fanutensilien, um so auch in den Genuss des Äpplers zu kommen. Ganz ohne die lästige Begleitung in grün.
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