Mannheimspiel - das Nachspiel I
Sodele, es brennt mir unter den Fingernägeln jetzt doch noch etwas zu schreiben zum gestrigen Spiel der TSV-Amas gegen Waldhof Mannheim. Die Medienberichterstattung zwingt einen ja gerade dazu, denn diese ist wirklich unter aller Sau. Ich picke mir mal zwei durchaus bezeichnende Beispiele heraus und beginne mit einer Zeitung welche eigentlich noch zu den qualitativ hochwertigen gehört im Münchner Raum. Eigentlich.....Los gehts also mit dem Bericht der Süddeutschen Zeitung . Wie es sich gehört wird natürlich mit einem effekthaschenden Aufmacher geworben und zwar

Keilerei nach Fußballspiel
"Neue Dimension der Gewalt"


Schön wenn man dies 1:1 aus dem Polizeibericht herauskopieren kann, erspart lästige Recherche sowas. Wie bereits im vorherigen Beitrag von mir berichtet kam es eben nicht zu Keilereien, von einer neuen Dimension der Gewalt ganz zu schweigen. Sicherlich musste die Polizei die Fans trennen, da es sonst unter den üblichen Verdächtigen wirklich noch zu Schlägereien gekommen wäre. Aber wo sich da die sogenannte "Neue Dimension der Gewalt" verbirgt, ist mir vollkommen schleierhaft. Weiter gehts:

Mehrere hundert Fußballfans haben sich am Samstagnachmittag eine Schlägerei mit der Polizei geliefert.

Aha. Dank des absolut unkoordinierten und chaotischen Auftretens der Polizei kam es außerhalb des Stadions zu Laufereien. Die Polizei trieb die Fans von einem Eck ins andere, anstatt sie einzukesseln oder ins Stadion zurückzutreiben und die - übersehene? - Blocksperre nachzuholen.

Mehrere Beamte wurden verletzt.

Die Art der Verletzungen würde mich wirklich einmal interessieren. Verharmlosen will ich hier beileibe nichts, aber wenn bereits anderweitig von Sachschäden die Rede war und diese sich als abgebrochener Scheibenwischer herausstellen, ist nachfragen doch wohl erlaubt.

Die Polizei sprach von einer "neuen Dimension der Gewalt".

Danke für die Quellenangabe. Wenn also bei einem Fußballspiel es ähnlich viele Verletzte gibt wie bspw. jedes normale Wochenende in einem der größten Partyareale der Stadt, der Kultfabrik, spricht man also von einer "neuen Dimension der Gewalt".

Eine Schlägerei im Stadion habe man nur "durch massiven Polizeieinsatz" abwenden können, resümierte Polizeisprecher Dieter Gröbner am Sonntag.

Ja, zum Glück hat die Polizei ein Aufeinandertreffen der Fans verhindert, aber kein Wort von den organisatorischen Fehlern mit denen die Polizei sich selbst das Leben schwer gemacht hat. Wieso zum Beispiel standen zwischen Ostkurve und Haupttribüne, wo sich ein hoher Zaun befindet, mehr Polizisten als in den abgesperrten Blöcken der Ostkurve?

Provoziert haben aus Polizeisicht vor allem die Löwen-Fans. Bereits eine Viertelstunde vor Spielende hätten rund 300 gewaltbereite TSV-Anhänger das Stadion verlassen, "offensichtlich, um sich davor zu positionieren", so Gröbner. "Man sieht: Es ging ihnen nicht um das Spiel, sondern um Gewalt."

Die bereits im vorigen Bericht von mir angesprochenen sich auf der linken Seite der Stehhalle befindlichen Besucher waren meist nicht aus dem Umfeld des TSV sondern eher von anderen Vereinen was man aus deren Fangesängen auch deutlich herausgehört hat. Szenekundige Beamte sollten das wissen, Reporter welche sich vor Ort befinden hätten dies auch bemerkt. Wenn nicht, so hilft ein längst in Vergessenheit geratenes Stilmittel der Journalistentätigkeit: die Recherche. Auch darf hier die Frage gestellt, nein muss sogar gestellt werden, warum keine Blocksperre über die Stehhalle verhängt wurde.

So sei etwa ein Bus mit Mannheimer Fans vor dem Löwen-Treffpunkt beim Wienerwald am Stadion mit Flaschen beworfen worden.

Interessant wie sich eine geworfene Flasche - verwerflich genug - blitzeschnelle vermehrt. Auch hier zwei Fragen zum Organisatorischen: Warum wurde der Bus direkt am Fantreff vorbeigeführt und nicht über eine Ausweichroute? Und warum wurden die Fans vorher an genau diesem Punkt quasi zusammengetrieben von der Polizei?

Auch sein Kollege von 1860 beschwichtigt. "Wir hatten vor dem Spiel große Bedenken, wie sich die Mannheimer Fans verhalten würden", sagt Toni Sontheimer.

In diesem Absatz möchte die SZ Bezug nehmen auf die Fanbeauftragten. Das die SZ es in ihrer tollten Recherchearbeit nicht schafft Fanbeauftragten und Sicherheitsbeauftragten beim TSV auseinanderzuhalten ist schon mehr als bezeichnend. Fanbeauftragter beim TSV ist ein gewisser Axel Dubelowski.

Allerdings sei die Polizei sehr gut vorbereitet gewesen und habe das verhindern können. Überhaupt stellt er den Sicherheitskräften ein gutes Zeugnis aus. "Gerade im Umfeld des Stadions ist es schwierig, die Übersicht zu behalten und die Sicherheit der Fans zu gewährleisten."

Organisatorische Mängel gab es zuhauf. Da wäre der absolut planlose Einsatz innerhalb des Stadions, in dem die Polizei im falschen Eck stand ebenso wie der chaotische Einsatz außerhalb. Mit etwas mehr Planung bzw. Organisation wäre es ein leichtes innerhalb des Grünwalder Stadions wie auch außerhalb für eine effektive Fantrennung zu sorgen. Wie man nach diesem Einsatz der Polizei ein gutes Zeugnis ausstellen kann ist mir absolut schleierhaft. Nun, der Süddeutschen Zeitung gehört hierfür mit Sicherheit kein gutes Zeugnis ausgestellt. Weiter gehts in Teil II mit einem Krawallblatt aus München.
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